Partnerschaft

Das Partnerschaftsprojekt aus dem EU-Programm „Lebenslanges Lernen“ zwischen den Projektpartnern der Verbandsgemeinde Herrstein und der tschechischen Gemeinde Solenice in Mittelböhmen hat eine Laufzeit von 2 Jahren, vom 01.08.2012 bis zum 31.07.2014.

Beide Regionen verbinden vergleichbare Probleme. In den ländlichen Gebieten nimmt die Bevölkerung stark ab. Die Schülerzahlen gehen zurück, es gibt eine eklatant steigende Abwanderung und vermehrte Leerstände bei Gewerbegebieten und Wohnhäusern in den Ortschaften. Die Bevölkerung in den kleineren Orten ist überaltert, die Zahl der Geburten geht zurück. Um die Regionen attraktiver zu gestalten, soll die Verbundenheit der Heranwachsenden mit der Region gestärkt werden. Dies ist durch ein Bildungskonzept bzw. die Einbeziehung der Kinder/Schüler in die aktive Erforschung der regionalen, natürlichen, wirtschaftsgeographischen, aber auch historisch gewachsenen Bedingungen beabsichtigt. Gleichzeitig wird es den Kindern sowie zuwandernden Gruppen (Migration) ermöglicht, über die Projektpartner/Institutionen Kindergarten, Schule, Feuerwehr, Heimatverein und Jugendpflege ein konkret auf die Region bezogenes pädagogisches Programm und ein interaktives Angebot zu durchlaufen und damit einen eigenen Bezug zur Region/Partnerregion herzustellen. Das pädagogische Konzept soll derart gestaltet, protokolliert, ausgewertet  und verbessert werden, dass es in ähnlichen Regionen aufgenommen werden kann. Im Kreis Birkenfeld werden besonders viele Russlanddeutsche und Nachkommen amerikanischer Soldaten so besser gefördert, in Tschechien sind es vietnamesische und u. a. rumänische Gruppen. Das später angestrebte Interesse an Vereinen, Politik, Mitbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten durch die Bürger (z.B. Gemeinderäte) ist in jugendlichen Jahren frühzeitig einzuleiten. 

 

1. Deutsche Projektpartner der Verbandsgemeinde Herrstein:



Unterhalb der Wildenburg am Ortsrand von Kempfeld wurde im Jahr 1968 ein neues Schulgebäude errichtet. In diesem Gebäude wurden die meisten Grundschulklassen und alle Hauptschulklassen der organisatorisch verbundenen Grund- und Hauptschule Wildenburg untergebracht.
Im Jahre 1996 wurde die Grundschule selbstständig. Die Hauptschule lief aus. Ab 1996 waren die Grundschule Kempfeld und die 5. und 6. Klassenstufe der Regionalen Schule Herrstein - Kempfeld (ab 2009 Realschule Plus) im Schulgebäude untergebracht. Mit Beginn des Schuljahres 2010/11 befindet sich in dem Gebäude nur noch die Grundschule.
Heute unterrichten 7 Lehrerinnen und Lehrer und eine Lehramtsanwärterin 95 Schülerinnen und Schüler. Die Lehrer arbeiten eng mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler zusammen, haben darüber hinaus einen guten Kontakt zu den Kindergärten in der Umgebung. Ab dem Schuljahr 2012/13 wird die Grundschule Herrstein nach Kempfeld verlagert. Das heißt, dass weitere 106 Kinder und etwa 25 Neuanmeldungen nach Kempfeld kommen und an der Erstellung des langfristigen Projektplanes mitarbeiten.

Rolle der Grundschule im Projekt:

  • Die Grundschule kooperiert bei der Erstellung des Projektcurriculums mit der Jugendpflege der Verbandsgemeinde Herrstein, dem Kindergarten und der Jugendfeuerwehr Kempfeld und dem Hunsrückverein
  • Die Grundschule erprobt mit den Klassen der Stufen 1-4 sinnvolle und altersgerechte Lerninhalte im schulischen und im außerschulischen Bereich
  • Schulleitung und Lehrer tauschen Ergebnisse mit der Partnerschule aus und ergreifen nach der Evaluation weitere Maßnahmen
  • Erarbeitet und verbreitet altersgerechte Aktivitäten und Kenntnisse über Holz, Försterarbeiten, Feuer und Essenszubereitung in der Natur, Farben und Baumarten der Natur, Boden, Wasser und Tiere im Wald, Jagd und Wild, Naturdarstellungen in Jahreszeiten und in Märchen
  • Die Schule führt eine Homepage des Projekts zur Verbreitung des Ansatzes in ähnlichen Regionen und hilft diesen bei einer eventuellen eigenen Überarbeitung solcher Produkte.





Der Hunsrückverein e.V. hat 20 Ortsgruppen mit rund 2.500 Mitgliedern er wurde gegründet am 19. Oktober 1890, ist Mitglied im Deutschen Wanderverband und hat eine Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Der Verein hat nach seiner Satzung die Aufgaben:
Im Dienst des Gemeinwohls die Liebe zu Natur und Heimat zu wecken und zu pflegen, ihre Schönheit und Ursprünglichkeit zu erhalten und dementsprechend an den Bestrebungen des Natur- und Landschaftsschutzes und an der Erhaltung der Naturdenkmäler mitzuwirken, das Wanderwesen zu fördern, die Wanderwege zu pflegen und zu markieren und alle die Einrichtungen zu schaffen, die einer Hebung und verstärkten Entwicklung des Wanderns im Vereinsgebiet dienen können, das Interesse an Heimatgeschichte und Volkskunde anzuregen und zu pflegen, die Kenntnis der Heimatkunst zu vermitteln, sie zu fördern und die Kunstdenkmäler und Kunstschätze zu erhalten, Wirtschaft und Verkehr im Vereinsgebiet zu heben und im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten alle Vorhaben zu unterstützen, die zur Verwirklichung dieses Zieles beitragen. Dazu gehört auch Wanderwege pflegen und markieren, geführte Wanderungen durchführen, Teilnahme an den Deutschen Wandertagen, Förderung des Tourismus durch Zusammenarbeit mit den örtlichen  Tourismusbüros und Werbung für die Region, Mitwirkung im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzes als Träger öffentlicher Belange, Herausgabe heimatkundlicher Schriften  und des Jahresheftes des Hunsrückvereins, Betrieb des Wildfreigeheges Wildenburg zur Umweltbildung in Bezug auf die Hunsrücker Tier- und Pflanzenwelt mit dem neuen Wildkatzenzentrum, offizielle Informationsstelle des Naturparks Saar-Hunsrück, Veranstaltungen wie Wildenburger Herbsterlebnis oder Wildenburger Weihnachtszauber. Weitere Informationen im Internet www.hunsrueckverein.de www.wildfreigehege-wildenburg.de Hunsrückverein e.V., Geschäftsstelle, Brühlstr. 16, 55756 Herrstein, Tel.: 06785-79151, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Rolle des Hunsrückvereins im Projekt:

  • Kann mit Bildungsarbeit im Wildfreigehege (Ausbau zum „Grünen Klassenzimmer“) eigene Erfahrungen und weitere Planungen einbringen
  • Kann aus der Partnerregion Anstöße zur Naturpflege aufnehmen und im Freigehege und Umgebung in Verantwortung der Heranwachsenden übertragen
  • Überprüft die innovativen Maßnahmen der Partnerregion auf Eignung, in der Unterrichtsreihe (= internationaler EU-Bezug) aufgenommen zu werden.  




Zur Verbandsgemeinde Herrstein gehören 34 Ortsgemeinden mit insgesamt 30 Feuerwehreinheiten.
Um den Nachwuchs schon frühzeitig für den Feuerwehrdienst zu begeistern, verfügt die
Verbandsgemeinde über 16 Jugendfeuerwehren. Die Feuerwehr Kempfeld besteht zurzeit aus 23
aktiven Feuerwehrangehörigen. In der Jugendfeuerwehr Kempfeld sind 12 Jugendliche im Alter von
10 – 17 Jahren organisiert. Das Betreuerteam besteht aus zwei Jugendfeuerwehrwarten und zwei
Helfern. Alle 14 Tage finden die Ausbildungsveranstaltungen der Jugendfeuerwehr in Kempfeld statt.
Der Feuerwehrnachwuchs wird dabei in den vielfältigsten Bereichen ausgebildet, z. B. Aufbau einer
Wasserversorgung über Hydrant oder offenes Gewässer, Kartenkunde, technische Unfallhilfe,
tragbare Leitern, Fahrzeugkunde, Pumpenausbildung, Funk, Kleinlöschgeräte, Schaum. Aber auch
andere Aktivitäten dürfen bei der Jugendfeuerwehr Kempfeld nicht zu kurz kommen. So besucht der
Kempfelder Feuerwehrnachwuchs alle zwei Jahre eine Jugendherberge. Weiterhin finden
Schwimmbadbesuche statt. Ferner werden zur Vertiefung der Kommunikation sowie der Integration
in der Gruppe Spielabende, Berufsfeuerwehrtage und Funkwochenenden geplant. Die Jugendfeuerwehr Kempfeld wird auch im Bereich des Umweltschutzes tätig sein. Dabei werden alle Straßen und Wege abgefahren und Müll und Unrat eingesammelt.


Rolle der Jugendfeuerwehr Kempfeld im Projekt:

  • Die Jugendfeuerwehr Kempfeld bringt ihre pädagogischen Erfahrungen mit Kindern ab dem 10 Lebensjahr in das Projekt ein
  • Sie stellt Ausrüstungsmaterial und Fahrzeuge zur Erprobung altersgerechter Tätigkeiten
  • Sie tauscht Kenntnisse und Erfahrungen mit der Feuerwehr in Solenice aus
  • Sie betreut Gruppen der Grundschule und des Kindergartens Kempfeld und überträgt Aufgaben an die Heranwachsenden (Pflege von Gerät, Beobachtung eines Risikobereichs u. a.)
  • Sie stellt Sicherheitspersonal bei der Durchführung eigenverantwortlicher Aufgaben
  • Sie erprobt und protokolliert sinnvolle Erste-Hilfe-Maßnahmen in verschiedenen Altersgruppen




Der Kindergarten befindet sich im ländlichen Bereich mit Platz für 47 Kinder im Alter von 2-6 Jahren. Es gibt 5 Erzieherinnen. Kindertagesstätten sind ein Teil des Jugendhilfesystems dem Wohl des Kindes verpflichtet. Elternarbeit, Zusammenarbeit mit der Grundschule, dem Jugendamt und verschiedenen Therapeuten sind unumgänglich. Die Kindertagesstätte ist eine Einrichtung der Verbandsgemeinde Herrstein und liegt im ländlichen Einzugsbereich. Die Arbeit erfolgt nach den Bildungs- und Erziehungsempfehlungen des Landes Rheinland-Pfalz unter Berücksichtigung der verschiedenen Bildungs- und Erziehungsbereiche. Der Kindergarten arbeitet offen, das heißt, es gibt keine festen Gruppenstrukturen Das Kind hat die Möglichkeit eigenverantwortlich sein Spiel zu bestimmen und Projekte mit auszuwählen Unser Ansatz orientiert sich am Kind. Schwerpunkte, die bei der Arbeit berücksichtigt werden, sind: Wahrnehmung, Sprache, Bewegung, Förderung der Kreativität, Sozialverhalten, interkulturelles Lernen, Naturwissenschaften, Naturerfahrungen und Gesundheitserziehung. Die Kinder beobachten die Natur und nehmen Veränderungen wahr. Durch Forschen und Experimentieren werden Inhalte vertieft und verarbeitet. Bei der Erstellung von Konzepten wird die Nachhaltigkeit mit berücksichtigt. Die Aufmerksamkeit der Jungen und Mädchen wird auf den Lernprozess gerichtet als bewusstes Wahrnehmen der gesammelten Erfahrungen und der vermittelten Inhalte. Lernen bedeutet den Erwerb von Wissen, Kinder werden sich des eigenen Lernens bewusst. Kinder speichern Erfahrungen ab und vernetzen diese mit zukünftigen Einstellungen. Somit werden sie angeregt eigene Entscheidungen zu treffen und zu verantworten. Die Erzieherinnen begleiten die Kinder und geben Hilfestellung. Der Ort Kempfeld liegt am Fuße der Wildenburg, einer keltischen Fliehburg, mit Wildfreigehege, Walderlebnispfad und einer riesigen Waldfläche, die immer wieder zu neuen Entdeckungsreisen einlädt. Zwei Gruppenräume und ein Bewegungsraum sowie ein Spielplatz im Garten bieten viel Platz zum Toben, Träumen, Basteln und Spielen. Im Jahr 2004 feierten wir unser 10-jähriges Bestehen.


Rolle des Kindergartens Kempfeld im Projekt:

  • Der Kindergarten vermittelt naturnahe Lerninhalte und Erfahrungen durch Exkursionen zu den Themen Wasser, Natur, Tiere und Essen, wobei auch Anlage und Pflege von Gärten und Kompostierung geplant sind
  • Schlägt Motivationsmöglichkeiten zur Aktivierung der unter Sechsjährigen vor
  • Besuche in der Grundschule Kempfeld und bei der Feuerwehr Kempfeld
  • Kooperation mit dem Wildfreigehege und den Eltern in der Dorfgemeinschaft
  • Kann aus der Partnerregion Anstöße zur Naturpflege aufnehmen und im Freigehege und Umgebung in Verantwortungsbewusstsein der Heranwachsenden fördern (Patenschaften für Tiere, Gärten, Pflanzen…)
  • Überprüft die innovativen Maßnahmen der Partnerregion auf Eignung, in der Unterrichtsreihe (internationaler EU-Bezug) aufgenommen zu werden.
  • Sammelt übergangspädagogische Erkenntnisse und wertet diese mit der Partnerregion aus




Die Verbandsgemeinde Herrstein ist Teil des Landkreises Birkenfeld im Hunsrück bzw. Obere Nahe-Gebiet in Rheinland-Pfalz. Die Organe der Verbandsgemeinde (VG) sind der Bürgermeister und der Gemeinderat mit 32 Sitzen und dem Bürgermeister, eine Zusammensetzung, die in etwa der Zahl der 34 Ortsgemeinden entspricht, die in der VG zusammengefasst sind.  Rund 17000 Einwohner wohnen auf einer Fläche von 230,5 km/2. Im letzten Jahr gab es einen Bevölkerungsrückgang von 250 Personen zu verzeichnen. Es gibt vier Grundschulen und acht Kindergärten. Der Kreis Birkenfeld verliert aufgrund seiner strukturschwachen Lage jährlich ca. 1.000 seiner rund 80000 Einwohner. Demnächst soll eine amerikanische Brigade abgezogen werden, was weitere Strukturprobleme schafft. Diesem demografischen Wandel (u. a. Abwanderung junger Menschen aus der Region) soll mit dem Projekt entgegengewirkt werden. Diese Probleme werden vom Kreis Birkenfeld mit dem vom Land Rheinland-Pfalz geförderten Modellprozess „Mitmachen“ (Bürgerbeteiligung) angegangen. Hier kann das Comenius - Regio Projekt wichtige Aktivitäten und Erkenntnisse beisteuern. Da  fehlende Autobahnanbindungen und geographisch schwierige Gegebenheiten im Kreis Birkenfeld die Ansiedlung großer Firmen verhindert haben, wandert auch die ohnehin weniger werdende Jugend aus beruflichen Gründen ab. Im Bundesvergleich gilt der Kreis Birkenfeld als eine der problematischsten Regionen, was Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaftsleistung betrifft. Die Edelsteinindustrie und der Handel haben zwar die Stadt Idar-Oberstein berühmt gemacht und auch zu Wohlstand geführt, jedoch wurde die Verarbeitung von Edelsteinen im Zuge der Globalisierung mehr und mehr nach Asien verlagert. Im Raum Herrstein mit seinem historischen Ortskern wurde zuletzt im Tourismusbereich ein Zuwachs verzeichnet, jedoch ist auch dort die Wirtschaftsstruktur eher schwach. Der Kreis ist zunehmend zu Konversionsmaßnahmen angehalten, weil die Bundeswehrreform etwa 1600 Stellen abbaut und auch immer mehr Stationierungskräfte der Amerikaner abgezogen werden. An ihre Stelle treten in großer Zahl  Russlanddeutsche, die einen mittlerweile hohen Prozentsatz in den Schulklassen ausmachen. Durch diese Gruppe, die amerikanischen Stationierungskräfte und die internationalen Edelsteinbeziehungen ergibt sich ein besonders breit gefächertes Spektrum an Migrationshintergrund in der Schülerschaft mit unterschiedlichen kulturellen, aber auch geschlechtsspezifischen Dispositionen.


Rolle der Verbandsgemeinde und der Jugendpflege im Projekt:

  • Die VG Herrstein übernimmt die Antragstellung, Buchführung, Reiseorganisation, Verbreitung der Produkte, Abrechnung, Materialbestellung und kontinuierliche Ergebnissicherung
  • Reiseorganisation der Teamtreffen im Rahmen von Comenius - Regio
  • Auswahl/Austausch/Verbreitung geeigneter zukunftsorientierter Maßnahmen für die von der Partnerregion eingebrachten Innovationen
  • Überwachung, Herstellung eines Leitfadens, der in Hinblick auf die Thematik auch die Übergangspädagogik berücksichtigt
  • Gewährt die Unterstützung durch die Jugendpflegerin der VG in schulischen und außerschulischen Projekten; Entwicklung und Ausbau außerschulicher Projekten mit dem Schwerpunkten im Sinne des Comenius-Regio
  • Sozialraumentwicklung für die Jugend; Erschließung neuer Lernfelder für alle Generationen
  • Fachberatung/Fortbildung aller Multiplikatoren zur Arbeit in Umwelt- und Naturkontexten
  • Interessenvertretung junger Menschen
  • Netzwerkschaffung; Interdisziplinäre Netzwerkschaffung u.a. mit Schulen, Kindergärten und Forstamt
  • Hinwirken auf einen nachhaltigen Austausch der Regionen im Interesse junger Menschen aus den Regionen


 

2. Tschechische Projektpartner:



Die Gemeinde Solenice liegt an dem Fluss Moldau in der mittelböhmischen Region, die ersten Erwähnungen kommen aus dem Jahre 1142, damals gehörte das Dorf zu dem Sedlec Kloster in der Nähe von Kutná Hora und zu dieser Zeit war es ein armes Dorf.
Für die Gemeinde war der Bau von der Orlík-Talsperre in den 50er und 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts von großer Bedeutung. Der Bau der Talsperre ermöglichte viele Arbeitsplätze für die Leute aus der weiteren Umgebung. Zusammen mit der Talsperre hat man neue Dorfsiedlungen und Häuser gebaut, die später von den Arbeitern und von Leuten aus den überschwemmten Dörfern bewohnt wurden. Zurzeit ist die Talsperre die größte in Tschechien, sie gilt als ein bedeutendes Glied in der Moldau-Kaskade und wird für die Stromerzeugung, den Hochwasserschutz und zur Wasserregulierung der Moldau benutzt. Außerdem dient sie dem Wassersport, dem Schiffsverkehr und der Freizeiterholung.
Solenice hat ungefähr 400 Bewohner. Im Dorf befinden sich der Kindergarten, die Grundschule mit Turnhalle, ein Kinderwohnheim mit Spielplatz, eine kleine Bibliothek und ein Seniorenheim. Zur Verfügung stehen auch weitere Dienstleistungen, wie zum Beispiel Post, ein Geschäft, ein Hotel, eine Arbeiterherberge, ein Restaurant und ein Friseur. Die Gesundheitspflege wird von einem Distriktsarzt und einem Zahnarzt geleistet. Der größte Arbeitgeber der ganzen Region ist die Firma ČEZ (Wasserkraftwerk). Sie möchte in Solenice ein Informationszentrum über Wasserkraftwerke einrichten und dort auch die Ergebnisse des Comenius-Projektes ausstellen. In dem Dorf gibt es ein paar andere Firmen, vor allem in den Branchen Maschinenbau, Holzverarbeitung und Möbel, die auch Arbeitschancen bieten. Vor allem im Sommer können die Bewohner weitere Arbeitsgelegenheiten im Tourismus, in Erholungseinrichtungen und im Hotelwesen in der Nähe des Stausees finden. Viele Leute müssen aber die Arbeit in anderen Städten suchen, deshalb verfügt das Dorf über Buslinien in der Richtung nach Pribram, Prag, Milevsko und Sedlcany. Abgesehen von Prag lässt sich die ländliche Region strukturell und klimatisch mit dem Hunsrück und der Region Birkenfeld vergleichen. Während das natürliche Bevölkerungswachstum rückläufig ist, besonders auf dem Land, bewirkt die Migration einen stetigen Zuwachs an Bevölkerung im urbanen Umfeld. In Hinblick auf das Comenius-Regio Projekt hofft man, durch das Projekt auf eine engere Verbundenheit der Schüler/Migranten mit der Region. Die nächste Stadt Pribram war früher auch ein Militärstandort, zurzeit gibt es hier jedoch keine Truppen mehr. Infolge dieser Tatsachen ist die Arbeitslosigkeit gestiegen und die Einkommen sind gesunken, was vor allem im Vergleich mit der reichsten tschechischen Region – Prag auffällt. Weil Prag von Pribram aus sehr gut erreichbar ist, arbeiten viele Einwohner dort.


Rolle der Gemeinde Solenice im Projekt:

Der Schulträger in Solenice übernimmt die Antragstellung, Buchführung, Reiseorganisation, Verbreitung der Produkte, Abrechnung, Materialbestellung und kontinuierliche Ergebnissicherung:

  • Reiseorganisation der Teamtreffen im Rahmen von Comenius-Regio
  • Auswahl/Austausch/Verbreitung geeigneter zukunftsorientierter Maßnahmen für die/von der Partnerregion praktizierten, übergangspädagogisch orientierten Aktivitäten    
  • Überwachung, Herstellung, Druck des Projekt-Leitfadens und Verbreitung der Ergebnisse.




Die Schule wurde in der gleichen Zeit wie die Talsperre gebaut, zusammen mit einem Kulturhaus, Gesundheitszentrum und der Turnhalle. Das erste Schuljahr startete am 1. September 1958. Die Schule ist ein selbstständiges Rechtssubjekt und verbindet die Grundschule mit einem Kindergarten und einem Schulkinderhort. Es gibt hier fünf Jahrgänge, die in zwei Klassen geteilt werden. Der Unterricht verläuft nach einem modernen Ausbildungsprogramm, die Schuler lernen seit der dritten Klasse eine Fremdsprache – Englisch. Die Schule hat eine angenehme, häusliche Atmosphäre, die Klassen und Korridore sind von Schülerarbeiten dekoriert, das Grüngelände im Schulhof wird im Sommer für Unterricht, Sport und Erholung in den Pausen benutzt. Das Kollegium besteht aus vier Lehrern und alle Lehrer sind qualifiziert. Zum Qualitätsunterricht tragen auch eine gute didaktische Ausrüstung und Computerarbeitsplätze bei. Die Schule mit familiärer Atmosphäre ermöglicht einen individuellen Umgang mit Schülern, die Entwicklung einer natürlichen Beziehung und Kooperation zwischen Schülern und Lehrern und eine individuelle Lösung von Problemen. Der Kindergarten befindet sich in dem Gebäude vom  Gemeindehaus seit dem Jahre 2002, als die alten Räume des Kindergartens von der Flut total zerstört wurden. Die Neueröffnung von dem Kindergarten am 29.08.2003 wurde von dem Deutschen Roten Kreuz und der Stiftung von Olga Havlova finanziell unterstützt. In diesem Jahr besuchen den Kinderkarten 18 Schüler im Alter von 2 bis 6 Jahren. Das Ausbildungskonzept spezialisiert sich auf die Natur und die Jahreszeiten.


Rolle der Grundschule Solenice im Projekt:

  • Die Grundschule erprobt mit den Klassen sinnvolle und altersgerechte Lerninhalte im schulischen und im außerschulischen Bereich
  • Schulleitung und Lehrer tauschen Ergebnisse mit der Partnerschule aus und ergreifen nach der Evaluation weitere Maßnahmen.
  • Erarbeitet und verbreitet altersgerechte Aktivitäten und Kenntnisse über Holz, Försterarbeiten, Feuer und Essenszubereitung in der Natur, Farben und Baumarten der Natur, Boden, Wasser und Tiere im Wald, Jagd und Wild, Naturdarstellungen in Jahreszeiten und in Märchen
  • Die Schule führt eine Homepage des Projekts zur Verbreitung des Ansatzes in ähnlichen Regionen und hilft diesen bei einer eventuellen eigenen Überarbeitung solcher Produkte.
  • Die Schule führt eine Homepage des Projekts zur Verbreitung des Ansatzes in ähnlichen Regionen und hilft diesen in einer eventuellen eigenen Erstellung solcher Produkte.   




Der freiwillige Feuerwehrverein Solenice wurde im Jahre 1963 gegründet. Nach der Entstehung hat der Verein das Feuerwehrauto TATRA 805 erhalten und das Feuerwehrhaus gebaut. Au3er Feuerlöschen übt der Verein auch andere Aktivitäten für die Gemeinde aus, wie zum Beispiel Organisation von Silvesterfeiern, Kindertagen und Faschingszügen, aber auch Saisonarbeiten für das Gemeindeamt. Jedes Jahr nehmen die Feuerwehrleute an den Wettbewerben teil, wobei sie mit anderen Vereinen die Kräfte im Löschangriff und Staffellauf messen. Im Jahre 2002 hat der Verein bei der Flut eine sehr wichtige Rolle gespielt. Damals haben sie mit ihrer Technik beim Auspumpen von überschwemmten Räumen in Häusern und bei der Brunnenreinigung  geholfen. Im Jahre 2002 wurde der Verein mit einer Rückruf-Anlage ausgerüstet, mithilfe dieser Anlage sind sie in das integrierte Rettungssystem eingegliedert. Im Jahre 2005 haben sie dank finanzieller Unterstützung von ČEZ ein neues Feuerwehrauto 706 RTH ASC 16 erworben. Zurzeit hat der Verein 27 Mitglieder, sie haben einen Feuerwehrhauptmann, zwei Mannschaftskommandanten und vier Maschinisten. Der Verein Solenice gehört nach dem Alarmplan in die Kategorie JPOIII/1, das hei3t eine Mannschaft mit lokalem Gebietsumfang.


Rolle der Feuerwehr Solenice im Projekt:

  • Die Jugendfeuerwehr Solenice bringt ihre pädagogischen Erfahrungen mit Kindern in das Projekt ein
  • Sie stellt Ausrüstungsmaterial und Fahrzeuge zur Erprobung altersgerechter Tätigkeiten
  • Sie tauscht Kenntnisse und Erfahrungen mit der Feuerwehr in Kempfeld aus
  • Sie betreut Gruppen der Grundschule und des Kindergartens
  • Sie stellt Sicherheitspersonal bei der Durchführung eigenverantwortlicher Aufgaben
  • Sie erprobt und protokolliert sinnvolle Erste-Hilfe-Maßnahmen in verschiedenen Altersgruppen
  • Überprüft diese Maßnahmen auf Übertragbarkeit in den eigenen Raum (innovative Impulse)
  • Überprüft die innovativen Maßnahmen auf Eignung, in dem Projektcurriculum (mit internationalem EU-Bezug) aufgenommen zu werden.



Neben der Stromproduktion und Verteilung von Energie gehören zu den Geschäftsaktivitäten der Energiegruppe ČEZ auch die Bereiche der Telekommunikation, Informatik, Kernforschung, Planung, Aufbau und Erhaltung der Energieanlagen, Rohstoffgewinnung oder Bearbeitung der Energienebenprodukte. Die ČEZ-Gruppe gehört gleichzeitig zu den drei größten Energie-/Wärmeherstellern in der Tschechischen Republik. Muttergesellschaft und Kern der ČEZ-Gruppe ist der größte Wärmehersteller in der Tschechischen Republik, die Aktiengesellschaft ČEZ, die im Jahre 1992 durch die Fonds des Staatsvermögens der Tschechischen Republik gegründet wurde. Der Grundstein der heutigen ČEZ-Gruppe wurde im Jahre 2003 gelegt, als sich die Energiegesellschaft ČEZ mit den Vertriebsgesellschaften verbunden hat. Heute zählt die ČEZ-Gruppe zu den zehn größten Energiekonzernen in Europa, sowohl hinsichtlich der installierten Leistung, als auch der Kundenzahl. In der mitteleuropäischen Region nimmt sie die Spitzenposition auch auf dem Strommarkt ein.


Rolle der Energiegruppe CEZ im Projekt:

Das Wasserkraftwerk Orlik ČEZ – Vodní elektrárna Orlík/ČEZ unterstützt nach Kräften die Integration der Jugend im Einzugsbereich der Talsperre Orlik. Der Energieversorger

  • Stellt Personal und geeignete Logistik für schulische und außerschulische Unterrichtseinheiten und Aktivitäten
  • Er berät kompetent bei der Erstellung altersgerechter Spiele und anderer Materialien zum Thema Energiegewinnung, umweltfreundliche Ressourcen und Energiesparen im Alltag
  • Er betreut Exkursionen einheimischer Schülergruppen sowie später die der Partnerregion
  • Er tauscht sich zum Thema Windenergie mit der Partnerregion aus und entwickelt auch dazu didaktisches Material, welches die natürlichen Gegebenheiten der beiden Regionen erfasst und den Heranwachsenden als schützenswert vermittelt
  • Er überprüft Maßnahmen/Gegebenheiten der Partnerregion auf Übertragbarkeit in den eigenen Raum (innovative Impulse)
  • Er berät die Unterrichtseinheiten zum Thema Wasser- und Naturschutz und entwickelt altersgerechte Zuständigkeiten/Aufgaben zu diesem Bereich
  • Er vermittelt die Maßnahmen zur Rettung und zum Einsatz von Feuerwehr und Erster Hilfe unter den besonderen Gegebenheiten der Lage an einer großen Talsperre der Moldau
  • Er entwickelt/gibt Beispiele für die Vereinbarkeit  von Energiegewinnung und Naturschutz




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