Ziele / Aktivitäten

Ziele der Partnerschaft und Relevanz der Ziele für das Programm

 

Konkrete Ziele sind vor allem die Erstellung eines handlungsorientierten Leitfadens für Erzieher, Lehrer und Jugendarbeiter zur Motivation heranwachsender Kinder und Schüler, Verantwortung für die eigene ländlich strukturierte Region zu übernehmen, um eine Abwanderung bzw. Verödung der Landstriche zu verhindern. Dieser „Leitfaden“ kann von allen vergleichbaren ländlichen Regionen der EU genutzt, ergänzt oder variiert werden. Die konkreten Ziele liegen weiterhin in der Intensivierung der Beziehungen beider Regionen durch den Ost-West-Austausch und damit verbunden in der Erstellung eines übergreifenden Bildungs- und regionalen Förderkonzepts. In den Großräumen Rheinland-Pfalz und Mittelböhmen werden konkret bildungsorientierte, pädagogische schulische und außerschulische Aktivitäten und Aktionen erprobt und ausgewertet und zu einem übergangspädagogischen Begleitkurrikulum zusammengefasst. Darin enthalten sind folgende Vorhaben/Fokussierungen:

  • Durchführung und Auswertung mit anschließendem, empfohlenem didaktischen Materialfundus für das letzte Jahr im Kindergarten (Alter 5-6-Jahre) zu Umwelt/Fauna/Flora der Region, Besuche in und von Schulen, Feuerwehr und Tierpark
  • Übernahme von Umweltschutzaufgaben im Grundschulalter, Patenschaften von Älteren für jüngere Schüler
  • Projektaktivitäten und Erstellung eines Materialfundus von gelungenen Aktionen im Energiesparbereich
  • Auswertung und Empfehlungen zur Integration im ehrenamtlichen Feuerwehrwesen
  • begleitende Erste-Hilfe-Maßnahmen für Mittelstufenschüler unter Anleitung fachkompetenten Feuerwehrpersonals mit anschließenden, schriftlich fixierten Durchführungstabellen für Nachfolger
  • Möglichkeiten der Bindung an die Region durch ehrenamtliche Tätigkeiten, Patenschaften und evtl. Vereinsarbeit mit dem Ziel der Verantwortungsübernahme im Freizeit- und Berufsbereich

Eine aktivere Auseinandersetzung mit der direkten Lebenswelt soll den Kindern eine intensivere Beziehung zur Umwelt und eine Alternative zum übertriebenen Medienkonsum ermöglichen. Gleichzeitig entsteht ein Verantwortungsgefühl für den eigenen Lebensbereich durch Aktivitäten und Übertragung altersgerechter Aufgaben im Sinne der Allgemeinheit.

  • Für die Jüngsten liegt es nahe, die einheimische Flora durch Anlegen und Pflegen von Gärten mit einheimischen Pflanzen zu erfahren. Hier bietet sich die Gedanken eines „Grünen Klassenzimmers“ und eines Naturlehrpfades an. Auch die Tierwelt wird mit Hege- und Winterfütterungsanleitungen näher gebracht. Ein Interesse für das Rettungswesen, kann durch gegenseitige, erste Besuche ebenfalls geweckt werden.
  • Überleitend zum Grundschulalter werden auf das Wohnumfeld kleinere Zuständigkeiten im Umweltschutz und im Energiesparbereich zugeteilt. Das Rettungswesen kann ab dem 10. Lebensjahr durch aktive Mitgliedschaft, aber auch durch passive Unterstützungsarbeiten sowie im theoretischen Bereich innerhalb der Schule mit verschiedenen didaktischen Methoden und Zeitansätzen erprobt werden, um anschließend im „Leitfaden zur Verantwortungsübernahme“ als best-practise empfohlen zu werden.
  • Der Jugendpflegebereich vertieft auch in den Ferien mit Naturtagen und Aktionswochen die Beziehung zu Natur, Wasser, Energiequellen und vermittelt verantwortungsbewusste Verhaltensweisen. Auch hier werden Erfahrungen für den „Leitfaden“ ausgewertet und in Schriftform festgehalten.
  • Ein besonderes Augenmerk wird bei allen Tätigkeiten auf das Sozialverhalten gegenüber Minderheiten, Schwächeren und Zugezogenen gelegt. Gemeinsamkeitsstiftende Maßnahmen können besonders im Rettungswesen eingeübt und internalisiert werden, welches im Mittelstufenalter mit der Feuerwehr praktiziert wird. Dazu gehören präventiver Brandschutz, das Löschwesen, erste Hilfe-Maßnahmen und Funkkenntnisse.

 

Die Ansätze sind durch ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand im schulischen wie auch im außerschulischen Bereich sowohl theoretisch angelegt als auch aktions- und praxisorientiert. Gemeinsames Erfahren des eigenen Lebensbereichs in Verbindung mit der Übernahme altersgerechter, verantwortlicher Zuständigkeiten und Aufgabenbereiche schaffen Wurzeln in der Gemeinschaft und eine Verbundenheit zur Region, in der man Kindheit und Jugend verbringt. Bei gelungener Integration und Übernahme von Verantwortung im kommunalen Umfeld kann dadurch ein zusätzlicher Anreiz entstehen, sich nicht so schnell mit Abwanderungsgedanken zu befassen.

 

Aktivitäten der Partnerschaft

 

Die Partner organisieren in Kempfeld, dem Ort der Grundschule, des Kindergartens, der Jugendfeuerwehr und des Hunsrückvereins schulische und außerschulische Aktionen ab dem Kindergartenalter. In Solenice erfolgt dies ebenso. Gegenseitige Besuche von Kleingruppen innerhalb einer Region nehmen dabei einen breiten Raum ein, um Berührungsängste abzubauen. Bei den Jüngsten können auch einzelne Eltern eingebunden werden.

Der Umgang mit Tieren und einheimischer Natur soll anfangs die Grundlage für Interesse und Verantwortungsübernahme werden. Dazu sind ein „grünes Klassenzimmer“ im Wildfreigehege oder in den tschechischen Naturreservaten prädestiniert. Ein Naturlehrpfad ergänzt zudem durch praktische Anschauung die ersten Lerninhalte. Eine artgerechte Fütterung und Haltung von Tieren sowie Aussaat und Pflege von Pflanzen können bereits ebenso in die Hände der Jüngsten unter Betreuung gelegt werden wie Zuständigkeiten für kleinere Gebiete/Straßenzonen im Umweltschutzbereich übertragen werden können. Erarbeitet und verbreitet werden somit altersgerechte Aktivitäten und Kenntnisse über Holz, Försterarbeiten, Feuer, Essenszubereitung in der Natur, Farben und Baumarten der Natur, Boden, Wasser und Tiere im Wald,   Jagd und Wild, Naturdarstellungen in Jahreszeiten und in Märchen usw.

Im Grundschulalter werden Energiegewinnungsmöglichkeiten (Windkraft in der VG Herrstein-Wasserkraft in Tschechien) sowie Energiesparmaßnahmen mit Hilfe der Partner vermittelt und eingeübt werden. Auch die Trinkwassergewinnung und der Gewässerschutz werden in beiden Regionen durch die zwei Talsperren nahe gebracht und handlungsorientiert erfahren. Verantwortungsbewusstes Verbraucherverhalten (Wasser, Energie) wird in selbst erstellten Verhaltensregeln formuliert und schülergerecht evaluiert.

Ab dem 9./10. Lebensjahr werden die Rettungstätigkeiten im Jugendbereich der Feuerwehr vermittelt. Durch realistische Übungen und Anleitungen werden Verantwortungsbewusstsein und Einsatzfreude gestärkt. In spielerischen und wettbewerbsartigen Aktionen entsteht zusätzlich Motivation, auch später ehrenamtlich helfen zu können. Die Jugendfeuerwehren führen in der Regel auch Umweltschutzmaßnahmen durch und können auch Arbeiten für Bedürftige oder ältere Mitbürger (Winterdienst, Gartenpflege…) erledigen.

Schließlich soll die Erste Hilfe altersgerecht unterrichtet und praktisch eingeübt werden.

 

Nachhaltigkeit

 

Die Regionen werden intensiv auf allen beteiligten Ebenen den Erfahrungsaustausch, den Austausch Heranwachsender und die gesamtgesellschaftliche Kooperation anstreben, so dass alleine wegen der bestehenden Projektpartnerschaft eine Kooperation auch nach den zwei Jahren gegeben sein wird.

Da beide beantragenden Partnerregionen in größere Länderebenen (Mittelböhmen und Rheinland-Pfalz) eingebettet sind, in denen bereits Schulpartnerschaften, Praktikantenaustausch und andere Projekte existieren, wird die europäische Zusammenarbeit durch diese regionale Kooperation ergänzt und umgekehrt dauerhaft verstärkt.

Die Aspekte der Nachhaltigkeit im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung liegen

  • Im Aufbau der Kooperations-, Kommunikations- und Gestaltungskompetenz der Beteiligten
  • In der Optimierung der (vor-) schulischen Vorbereitung auf spätere Verantwortung für Mensch und Umwelt
  • Im Erstellen eines übergangspädagogischen Bildungskonzepts, das auch die Kenntnisse/Methodik der Lehrer verbessert und außerschulische soziale Kompetenzen incl.    Menschenrettung einbezieht
  • In der Auswertung von Migrations-, Gender-  und Gleichberechtigungskomponenten in der Kindheit und in der weiteren gesellschaftlichen Integration
  • In der Vertiefung bereits bestehender Kontakte übergeordneter Regionen
  • Im Ausbau der Lehrer- und Schülerkontakte im Rahmen bestehender Schulpartnerschaften übergeordneter Landesebenen
  • In der besseren Integration von Migranten/Zugezogenen mittels der Entwicklung von gemeinsamen Aktivitäten innerhalb der regionalen, ländlichen, geographischen, natürlichen und sozialen Rahmenbedingungen
  • In der Verlagerung außerschulischer Bildungsmodule in die gewohnte Lernsituation der Institutionen
  • In der Verbreitung/Implementierung der Unterrichtsmodule/des Leitfadens  an anderen Schulen
  • Im langfristigen Austausch innovativer Impulse für die Verknüpfung von Schule und regionaler Integration.
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